Hafenentwicklung in Emden

Emden |

20 Jahre Investitionen: Niedersachsen Ports (NPorts) hat in den vergangenen Jahren insgesamt 275 Millionen in den Ausbau seines Emder Hafens investiert. 2025 stehen weitere Projekte an, um die Infrastruktur zu verbessern.

Als größtes Einzelprojekt im Hafen Emden seit 2005 zählt bisher die Sanierung der Nesserlander Schleuse mit 97 Millionen Euro. Außerdem wurden in den vergangenen Jahren 95 Millionen Euro in Unterhaltungsmaßnahmen investiert, davon 8 Millionen Euro in den Erhalt und den Ausbau der Bahninfrastruktur.

Im Jahr 2025 stehen weitere Investitionen an: Rund 20 Millionen Euro fließen in die Weiterentwicklung des Hafens, begleitet von 23,6 Millionen Euro für die Unterhaltung der bestehenden Infrastruktur. 500.000 Euro Investition fließen in die Hafenbahn, eine Million Euro in ihre Unterhaltung.

 

Modernisierung der Großen Seeschleuse

Eines der aktuell größten Projekte ist die Modernisierung der Großen Seeschleuse. Am 2. Juni 2024 hat NPorts mit der umfangreichen Modernisierung der über 100 Jahre alten Großen Seeschleuse begonnen. „Das ist eine herausfordernde Aufgabe für unser Großprojekte-Team unter der Leitung von Hans Cramer und unser Emder Team rund um Niederlassungsleiter Aiko Hollander“, sagt Holger Banik, Geschäftsführer der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG sowie der JadeWeserPort Realisierungs GmbH & Co. KG. „Das Bauwerk ist ein besonderes Unikat und für die Modernisierung gibt es keine Arbeitsroutinen.“ 

Erforderlich sind sowohl eine Sanierung und eine Anpassung an den Stand der Technik der 
Bau-, Maschinen und Elektrotechnik als auch eine Anpassung an die Forderungen des Hochwasserschutzes. Die Gesamtkosten werden bei mindestens 100 Millionen Euro liegen. Derzeit wurde ein Volumen von rund 40 Millionen Euro beauftragt. Die Arbeiten an der 260 Meter langen Schleuse werden weitestgehend bei laufendem Betrieb stattfinden und rund zehn Jahre dauern. Kurzzeitige Sperrungen erfolgen in enger Abstimmung mit der Hafenwirtschaft. Acht Teilaufgaben, sogenannte Lose, sind bereits vergeben. Dazu zählen der Neubau des Reservetors (14,7 Millionen Euro), eine Haupt- und Notwindenanlage (6,6 Millionen Euro) sowie die E-Technik (7,5 Millionen Euro). Weitere Lose befinden sich im Vergabeverfahren beziehungsweise in der finalen Vorbereitung.
 

Großschiffsliegeplatz

Das zweite aktuelle Großprojekt in Emden ist der Bau des Großschiffsliegeplatzes, der in diesem Sommer beginnen soll. Die Kosten betragen voraussichtlich 70 Millionen Euro. Es ist der Lückenschluss zwischen Emspier und Emskai. Nach der Fertigstellung ist es aufgrund der geplanten Tidesteuerung erforderlich, die Kaimauer am Emskai zu erneuern, damit tiefer gebaggert und der Tiefgangsverlust ausgeglichen werden kann. Denn durch die Tidesteuerung werden die Liegeplätze im Emder Außenhafen bei Niedrigwasser etwa 40 cm Wassertiefe verlieren, wodurch die Schiffe (vornehmlich Autotransporter und Zelluloseschiffe) nicht mehr voll abgeladen werden können.

 

Flächennutzung und Beschäftigungszahlen

Rund 2,7 Hektar Emder Hafenfläche sind im vergangenen Jahr vermarktet worden.

Der Hafen hat sich als wichtiger Arbeitgeber etabliert: Laut einer aktuellen Studie* zur Beschäftigungsentwicklung in den niedersächsischen Seehäfen waren im Jahr 2023 in der Region Emden 9.367 Menschen direkt und indirekt hafenabhängig beschäftigt. „So viele wie in keiner anderen niedersächsischen Hafenregion“, hebt Banik hervor. „Das ist unser wichtigster Antrieb und Motor: Mit jedem investierten Euro sichern wir Arbeitsplätze und gestalten aktiv die Zukunft der Region. Darin zeigt sich die wahre Bedeutung der Häfen.“ *(Fortschreibung der Beschäftigungswirkungen der niedersächsischen Seehäfen für das Jahr 2023, Studie im Auftrag von Niedersachsen Ports, erstellt von Prof. Dr. Klaus Harald Holocher Prof. Dr. Peter Wengelowski).

 

REDIIPorts

Wie viele Unternehmen stehen auch Häfen vor einer großen Herausforderung: Die Umstellung auf eine klimaneutrale Energieversorgung. Strom und Wärme CO²-neutral zu gewinnen und zu speichern, sind dabei zentrale Aufgaben der Energiewende.
Am Beispiel des Emder Hafens wurde – im Rahmen des Interreg-Projekts REDIIPorts – eine Potenzialstudie in Auftrag gegeben: Sie zeigt die verschiedenen Möglichkeiten zur regenerativen Energieerzeugung durch Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft sowie Speichertechnologien und Möglichkeiten der Wärmeerzeugung für den Emder Hafen. Dabei wurden insbesondere kleinskalige Lösungen untersucht, die im Vergleich zu großen Anlagen im Zuge von steigenden Energie- und CO²-Preisen immer attraktiver werden und im Gegensatz zu z. B. großen Windkraftanlagen einfacher in der Genehmigung sind.
 

Ziel ist es, den Hafenbetrieb bis 2040 CO₂-neutral zu gestalten und eine nachhaltige Transformation voranzutreiben. Welche Möglichkeiten bestehen, um erneuerbare Energien in Häfen zu erzeugen und zu speichern? Einen Gesamtüberblick gibt NPorts auf einer neu eingerichteten Webseite:REDII Ports Studie.
„REDIIPorts“ steht für „Renewable Energy Development and Intelligent Implementation in Ports“, also Entwicklung erneuerbarer Energien und intelligente Umsetzung in Häfen.

In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Start-up-Unternehmen FlowGen hat NPorts in Emden die erste in einem deutschen Seehafen betriebene Container-Windkraftanlage errichtet. „Alle innovativen Lösungen, die uns nach vorne bringen, begrüßen wir bei NPorts – ob klein oder groß“, sagt Banik. „Der Hafen Emden bietet hierfür günstige Windverhältnisse und ist bestens geeignet.“

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Dörte Schmitz, Leitung Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Dörte Schmitz

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